Nachdem ich mich nun schon seit langem an die Desktop-Effekte auf meinem Laptop (Samsung R50 mit mobility X700 Grafikkarte) bei den vorherigen Versionen von Ubuntu gewöhnt habe musste ich nach dem (zugegeben sehr späten) Upgrade auf die 9.04 “Jaunty Jackalope” Version feststellen, dass diese nicht mehr funktionierten.
Das hat mich doch sehr verwundert und geärgert, hatte ich doch extra die fglrx Treiber für die Grafikkarte aus den Paketquellen installiert gehabt – updates sollten damit unproblematisch sein. Nach einer längeren Recherche musste ich feststellen, dass aus mehreren Gründen meine Grafikkarte von der neuen Version der fglrx Treiber nicht mehr unterstützt wird – DANKE AMD/ATI!
Das Problem: Ubuntu 9.04 verwendet eine neue Version des X-Servers und mit dem kommen die alten Treiber von AMD/ATI nicht klar. Bei der neuen Version aber, wie schon geschrieben, hat AMD/ATI gemeint sie bräuchten keine Unterstützung mehr für solch “veraltete” Hardware anbieten. Der fglrx Treiber hat sich damit erledigt, denn auch ein “Downgrade” auf eine ältere Treiberversion war damit ausgeschlossen, und mir eine große Wut gegenüber AMD/ATI beschert. Dies sollte jedoch nicht die letzte Hürde sein um endlich wieder in den Genuss der schönen und durchaus auch nützlichen(z.B. Zoom) Desktop-Effekte zu kommen.
Getrieben von dem Willen es doch hinzubekommen und wissend, dass es auch andere Treiber unter Linux geben muss habe ich mich also nach Alternativen umgeschaut. Dabei bin ich auf den freien radeon Treiber gestoßen – eine offene Implementierung der OpenSource-Community – und dieser sollte bei meiner Karte sogar 3D-Unterstützung bieten. Ich musste feststellen, dass Ubuntu so schlau war und mangels der Unterstützung des fglrx Treibers auf meinem System beim Upgrade eben diesen radeon Treiber installiert hat – nur, warum funktionierten denn die Desktop-Effekte nicht?
Compiz – das Programm das die besagten Effekte erzeugt war der (nächste^^) Übeltäter. Dieses hat eine Whitelist für Treiber (hier war der radeon Treiber drin – also unproblematisch) und eine Blacklist für Chipsätze aufgrund welcher Chipsätze rausgefiltert werden. Beim starten von Compiz von der Konsole gab es 2 Fehlermeldungen: Die eine besagte es fehle eine xgl-Unterstützung, die jedoch nicht unbedingt notwendig ist wenn der Treiber/Grafikkarte AIGLX unterstützt, was meine mobile x700 mit dem radeon Treiber auch tut. Die andere Fehlermeldung lautete
No whitelist driver found
Das mache mich stutzig, also gegoogelt und Millionen Treffer bekommen, da Treiberprobleme bei ATI/AMD eine langjährige Tradition haben. Jedoch musste ich daraus genau meinen Fall finden und genau diese lange und äußerst unangenehme Suche möchte ich euch mit diesem Artikel ersparen.
Eines vorweg – es ist ein Hack – d.h. ihr müsst VOR der Anwendung wissen, dass es mit euerer Karte eigentlich funktioniert. Ich hatte mit meiner X700 schon längere Zeit Compiz ohne Probleme betrieben gehabt. Wenn ihr euch nicht sicher seid hilft euch dieses hilfreiche Compiz-Check Skript welches euch anzeigt ob es Probleme geben wird.
So, nun zum Trick: Nach langer Suche bin ich auf https://answers.launchpad.net/ubuntu/+source/compiz/+question/47410 gestoßen. Die Erkenntnis: Die Prüfungen der Black-/Whitelisten lassen sich unterdrücken – und zwar folgendermaßen:
- Die Compiz-Konfiguration öffnen:
sudo gedit /usr/bin/compiz - Anschließend fügt man gleich hinter der Ersten Kommentar-Sektion (die Zeilen mit dem “#” davor) folgende Zeile ein:
SKIP_CHECKS=yes
Das war es auch schon – der ganze Trick – man muss es nur wissen! Anschließend lassen sich die Desktop Effekte ganz normal aktivieren ( zur Sicherheit kann man den X-Server bzw. den ganzen Rechner neu Starten ).
Ich fand das so hilfreich und zeitsparend, dass ich gleich diesen Artikel verfasst habe – noch bevor ich mich an die Konfiguration der Effekte gamacht habe.
Hoffe ich es hilft noch einigen von euch – praktisch jeder mobility X700 und Desktop-Effekte Nutzer unter Ubuntu 9.04 dürfte betroffen sein.
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